Jubiläum: 10 Jahre Netz Mitte

Eine stolze Dekade rollen die agilis-Züge nun schon durch die Region. Viel ist passiert seit den Anfängen. Lesen Sie auf dieser Seite allerlei Informatives und Heiteres zu unserem 10-jährigen Jubiläum im Netz Mitte.

Das Video zur agilis-Geschichte

Mai 2008: Gewinn der Ausschreibung

Im Jahr 2008 wurde die „agilis Eisenbahngesellschaft“ gegründet, nachdem wir die Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) gewonnen hatten. Damit unsere Fahrzeuge immer voll funktionsfähig bleiben, haben wir kurz darauf mit dem Bau unserer modernen Fahrzeugwerkstatt begonnen: Im Oktober 2009 wurde auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfabrik in Regensburg der Grundstein für unsere Werkstatt gelegt. Aufgrund der bereits vorhandenen Schienenanbindung zum Regensburger Hbf. war die Lage prädestiniert für die Wartung unserer Züge.

Dezember 2010: Betriebsaufnahme

Die grau-grünen Züge starten ihre Fahrten im Streckennetz mit den ersten Fahrgästen an Bord – so macht sich der erste Zug am 12.12.2010 um 0:09 Uhr vom Regensburger Hbf. auf den Weg nach Plattling.

April 2011: Zugtaufe

Die Region liegt uns am Herzen, deshalb benennen wir auch unsere Fahrzeuge nach Orten im Streckennetz: Der erste Coradia Continental der Flotte wird am 1. April 2011 in Straubing feierlich “getauft”. Neben den geladenen Ehrengästen und vielen Fahrgästen wünschen zwei Geistliche “allzeit gute Fahrt”.

Dezember 2011: Streckenerweiterung

Hallo Schwaben! Die Strecke der Donautalbahn wird erweitert. Am 11. Dezember 2011 rollt der erste Zug von Ingolstadt weiter bis nach Ulm.

Juni 2012: Sonderzüge

So sehr wir unsere Region lieben, ab und zu blicken wir über den Tellerrand: Seit Juni 2012 fahren wir jährlich mit verschiedenen Sonderzügen auch Orte außerhalb unseres Streckennetzes an. Anlässlich des Sonnenzugs der Caritas führte die Reise für etwa 100 ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung am 7. Juli 2012 beispielsweise nach Würzburg.

Dezember 2018: Taktverdichtung

Seit Ende 2018 konnten wir unseren Takt auf verschiedenen Streckenabschnitten nochmals verdichten und Taktlücken schließen. Dies wurde unter anderem durch die Übernahme des Streckenabschnittes Regensburg – Eggmühl durch den Flughafenexpress möglich.

Februar 2019: Mobilitätskonferenz

agilis bringt die Region zusammen: Die Themen der am 20. Februar in Dillingen stattfindenden Mobilitätskonferenz sind zahlreich. Neben der Diskussion über aktuelle Branchenthemen steht ein persönlicher Austausch über Mobilitätskonzepte mit Zukunft auf der Agenda. Auch darüber hinaus vernetzen wir uns mit Entscheidungsträgern in der Region, um für unsere Fahrgäste das beste Angebot herauszuholen.

Oktober 2020: Qualifizierung

agilis nimmt die Zukunft selbst in die Hand: Seit Gründung unserer Gesellschaft haben wir mehr als 200 Triebfahrzeugführer (m/w/d) ausgebildet. Während der neunmonatigen Qualifizierung werden die Teilnehmer in theoretischen und fahrpraktischen Inhalten geschult. Die theoretische Ausbildung findet z. B. in Regensburg statt, die fahrpraktische bereits am jeweiligen Dienstantrittsort.

Mehr zur Qualifizierung >

Dezember 2020: BEG-Ranking zur Servicequalität

agilis steht für komfortables Reisen in modernen, sauberen Zügen und einen hohen Servicestandard: Seit 2011 belegen wir Top-Positionen im BEG-Ranking zur Servicequalität. Wir geben stets alles für unsere Fahrgäste, denn Erfolg kommt dann, wenn man tut was man liebt.

Kai Müller-Eberstein

Geschäftsführer des RVV

„Sehr gerne erinnere ich mich an den Betriebsstart von agilis: Die moderne
Fahrzeugflotte, das verbesserte Fahrtenangebot und das motivierte agilis-Team sorgten 2010 für frischen Wind im „Regensburger Stern“. Nicht müde geworden, picken sich die agilis-Vögelchen auch nach einer Dekade noch immer die Bestnoten im BEG-Ranking heraus. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!“

Tanja Schweiger

Landrätin des Landkreises Regensburg

„Seit Dezember 2010 verbindet agilis unsere Region auf der Schiene. Davon profi- tieren die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Regensburg, von Beratzhausen
bis Sünching, von Sinzing bis Eggmühl. Zum 10-jährigen Jubiläum gratuliere ich recht herzlich und wünsche agilis viel Erfolg für die Zukunft!“

Georg Winter

Abgeordneter im Bayerischen Landtag

„agilis ist ein zuverlässiger, moderner und kundenorientierter Anbieter auf der Donautalbahn, immer off en für Anregungen der Nutzer und leistet hiermit einen starken Beitrag für den öffentlichen Nahverkehr in der Region.“

Bärbel Fuchs

Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

„In unserem Ranking zur Servicequalität belegt agilis schon seit Jahren Spitzenpositionen, was bereits 2018 vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mit dem Bayerischen Eisenbahnpreis gewürdigt
wurde. Zum 10-jährigen Bestehen gratulieren wir ganz herzlich und freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit!“

Florian Best

Geschäftsführer Tourismusverband Landkreis Kelheim e.V.

„agilis ist als Bahn in der Region wichtig für den Tourismus im ländlichen Raum. Wir blicken auf eine langjährige gute Zusammenarbeit in Bezug auf die Vermarkung touristischer Destinationen zurück und freuen uns auf viele weitere gemeinsame
Projekte. Daher herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Jubiläum und alles Gute für die Zukunft!”

Zehn Jahre sind eine ganz schön lange Zeit. Genau gesagt sind es 87.552 Stunden. Oder noch genauer: 5.253.120 Minuten. Da kommen mit der Zeit natürlich einige Zahlen zusammen. Hätten Sie es gewusst?

ca. 70 Mal

… wurde die Strecke zum Mond und zurück bisher von unserer Fahrzeugflotte zurück gelegt.

ca. 350.000 Mal

… hat sich durchschnittlich eine Fahrzeugtür geöffnet.

ca. 140.000 Mal

… ist eines unserer Fahrzeuge durch den Regensburger Hauptbahnhof gefahren.

Reinsetzen, zurücklehnen und die Welt an sich vorüber ziehen lassen, anstatt sich in den hektischen Autoverkehr zu stürzen – Zugreisen sind entspannend. Zugreisen sind aber noch viel mehr, denn so ein Zug ist ja immer auch ein Ort von Begegnung oder Abschied, Erwartung und Ankommen. Ein offener Raum, an dem die verschiedensten Biografien aufeinander treffen. Und damit ist ein Zug auch immer ein Ort für Geschichten. Lustige, traurige, spannende, denkwürdige oder skurrile. In jedem Fall viel mehr als nur ein Beförderungsvehikel von A nach B. Wir haben unsere Fahrgäste dazu aufgerufen, uns ihre schönsten Reisemomente einzusenden. Hier sind die Gewinnergeschichten:

Hanna Leichtle: Urlaubsfeeling mit agilis

Wir, Hanna und Maria, fahren seit 2017 regelmäßig von Günzburg nach Donauwörth mit agilis. Heitere Stunden mit Klatsch und Tratsch haben wir auf unseren Zugfahrten erleben dürfen. Doch unser Highlight: der Halt in Tapfheim. Mit sehnsüchtigen Blicken aus dem Fenster lachte uns das Café Bruno im Bahnhof Tapfheim oft an. Immer wieder spielten wir mit dem Gedanken auszusteigen und einen Cappuccino zu genießen. Und siehe da, im Sommer 2018 war es soweit: Dank der tollen Zugverbindung konnten wir aus der agilis-Bahn in Tapfheim aussteigen, eine wunderbare Stunde im Café Bruno verbringen und anschließend mit gesättigtem Gemüt die Weiterreise antreten. Auch jetzt sitzen wir wieder im agilis-Zug, schreiben diesen Text und denken an all die wunderbaren Gespräche und Begegnungen in der agilis-Bahn zurück, die ständige Begleiter unserer Studienzeit waren! Ohne euch hätten wir diese Erfahrungen und den leckeren Cappuccino und den Kaiserschmarrn im Café Bruno nie erlebt! Vielen Dank!

Astrid Wittmann: agilis und die Liebe

Das Foto, das 2012 am Bahnhof in Batzhausen entstanden ist, zeigt meinen heutigen Verlobten. Damals waren wir frisch zusammen und ich wollte gerne eine Radtour unternehmen, aber nicht einfach von zu Hause aus, sondern von ein bisschen weiter weg. Nur muss man da erst mal hinkommen! Ich schlug daher vor, dass man die Räder doch einfach im Zug transportieren kann. Er war von der ganzen Idee zunächst nicht sehr begeistert, machte aber mir zuliebe mit. Eigentlich hatte er noch immer keine Lust, aber da die Zugfahrt geklappt hatte, war seine Laune nicht komplett im Keller.

Das Ende von der Geschichte: Die ganze Radtour inklusive der Zugfahrt hat ihn letztlich so begeistert, dass er inzwischen regelmäßig Radtouren für uns plant, die wir beide mit Begeisterung absolvieren. Außerdem sind wir ziemlich genau 8 Jahre später lustigerweise wieder mit agilis nach Batzhausen gefahren und von dort nach Regensburg geradelt. Die Bilder sind am Schwarze Laber-Radweg entstanden und zeigen uns, zwei begeisterte Radler, die immer noch zusammen sind.

Carmen Hollenbach: Neue Freundin durch agilis

Ich war, wie schon einige Jahre vorher, wieder einmal bei der Familie meiner Tochter in Künzing zu Gast. Nach ein paar schönen Tagen ging die Reise zurück von Plattling nach Bad Rodach. Der Zug füllte sich und eine etwa gleichaltrige Dame setzte sich neben mich. Zwischen uns entwickelte sich ein reges Gespräch, zumal wir beide aus Thüringen bzw. Sachsen-Anhalt kamen. Sie lebte schon seit 30 Jahren in Niederbayern.

Die Chemie zwischen uns stimmte von Anfang an. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt, sprachen beide auch fast den gleichen Dialekt. Im Nu war Regensburg erreicht, wo sie ausstieg und ich umsteigen musste. Zum Abschied drückte ich ihr einen Zettel mit meiner Anschrift in die Hand. „Schmeißen sie ihn weg, wenn sie ihn nicht brauchen“, rief ich. Ich hörte nur noch: „Ich bin die Martina.“ Dann waren wir im Gewühl der vielen Reisenden getrennt worden.

Erstaunt und erfreut hielt ich eine Woche später eine Osterkarte von Martina in der Hand. Sie teilte mir ihre Telefonnummer mit und sofort nahmen wir wieder Kontakt auf, der noch heute besteht. Im agilis-Zug habe ich eine gute Freundin gefunden. Wir haben uns bereits mehrfach getroffen, immer dann, wenn ich wieder einmal in Niederbayern bin.

Ingeborg Vogt: Alte Freundschaften aufleben lassen

Als ich 20 Jahre alt war, hatte ich bei einer Versicherung in Dortmund eine sehr nette Kollegin, sie hieß Bärbel. Nach einigen Jahren zog Bärbel in den Schwarzwald und ich in die Nähe von Nürnberg. Wir blieben über Briefe, Fotos und Telefonate immer in Verbindung. Wir nahmen uns immer vor, uns einmal zu besuchen, aber dazu kam es leider nie. Eines Tages im Sommer 2015 fuhr ich wieder einmal nach Gößweinstein, um das Grab meiner Eltern zu pflegen. Im Zug von Forchheim nach Ebermannstadt dann die große Überraschung! Nach fast 50 Jahren gab es hier ein Wiedersehen mit Bärbel. Sie war mit ihrer Familie spontan einige Tage in die Fränkische Schweiz gefahren. Sie sagte, dass unser Treffen das Schönste an der ganzen Reise wäre. Wir versprachen uns, dass wir uns bald einmal besuchen, damit wir viel Zeit zum Plaudern haben. Leider kam es dazu nicht mehr, weil Bärbel kurz darauf gestorben ist. Jedes Mal, wenn ich im agilis-Zug von Ebermannstadt nach Forchheim sitze, denke ich an meine liebe Bärbel.

Florian Wild: Ein Stück Heimat mit agilis

Mit agilis verbinde ich gleich zwei schöne Geschichten, die mich über längere Zeit begleitet haben. Ich habe drei Jahre in Münster in Nordrhein-Westfahlen studiert und die letzte Etappe der sechsstündigen Zugfahrt habe ich mit agilis von Neumarkt nach Undorf zurückgelegt. Hier haben entweder meine Eltern und später meine Freundin gewartet und schon begann am Bahnsteig das Wochenende. Deshalb verbinde ich agilis immer auch mit dem Gefühl, nach Hause zu kommen. Die grau-grünen Züge sind für mich ein Zeichen der Heimat.

Nach meinem Studium wurde ich dann nach Ulm versetzt und auch hier begleitete mich agilis. Ich erinnere mich an die vielen Momente, die ich am Bahnsteig in Ulm auf meine Freundin gewartet habe, die mich alle zwei Wochen mit agilis in Ulm besucht hat. Mittlerweile sind wir (trotz Corona) verheiratet und konnten die Zeit des Pendelns hinter uns lassen. Ohne agilis wären die vier Jahre zwischen Regensburg und Ulm sicherlich nicht so schnell vergangen. Danke für eure guten Verbindungen!