Herr über mehrere Tausend PS

5 Fragen an den Lokführer Tobias Schiedermeier, heute Leiter Betrieb im agilis Netz Mitte

 

Maschinenbauer, Autotüftler oder Feinmechaniker — in Zeiten des Fachkräftemangels können technisch interessierte Frauen und Männer aus vielen Berufsbildern wählen. Warum sollte man dann ausgerechnet Lokführer werden? Tobias Schiedermeier, Leiter Betrieb im Netz Mitte von agilis und selbst ursprünglich Triebfahrzeugführer, weiß warum. Im Interview verrät der Bahnprofi, was den Beruf so spannend macht und warum er sich auch für Quereinsteiger lohnt.

Herr Schiedermeier, wieso lockt Sie die Lok?

Schiedermeier: Herr über mehrere Tausend PS zu sein und die Verantwortung für viele Fahrgäste zu tragen, das ist das Spannendste an dem Beruf. Mich persönlich reizt aber auch daran, dass man eine Tradition fortsetzt, die schon über 180 Jahre Geschichte schreibt, die Menschen und Güter bewegt und die Lebensadern für Menschen, Städte und ganze Wirtschaftszweige bedeutet. Ein tolles Gefühl.

Wie darf man sich die Arbeitszeiten vorstellen?

Schiedermeier: Der Beruf des Triebfahrzeugführers und der der Servicekraft im Zug wird im Schichtbetrieb ausgeübt. In der Regel wird an fünf Tagen die Woche gearbeitet, manchmal auch an sechs Tagen. Dann findet aber ein Ausgleich in einer anderen Woche statt. Grundsätzlich erhalten alle agilis-Lokführer einen Jahresarbeitsplan, das heißt, jeder Mitarbeiter weiß ein Jahr im Voraus, an welchen Tagen er wann arbeiten muss. So kann man Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren.

Für wen ist der Job geeignet?

Schiedermeier: Für erstaunlich viele Leute. Technisches Interesse und Verständnis sind von großem Vorteil. Wenn man dann noch eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, einen Pkw-Führerschein besitzt, gute Deutschkenntnisse hat und gegenüber Neuem aufgeschlossen ist, hat man bei einer Bewerbung gute Karten.

Kann man sich auch als Quereinsteiger bewerben?

Schiedermeier: Ja, auf jeden Fall. In unserer jetzigen Ausbildungsgruppe sind alle Berufsgruppen vertreten, vom Elektriker über Lkw-Fahrer bis hin zum Bankkaufmann. Bei agilis gibt es dafür ein eigens entwickeltes Programm. Die theoretische und praktische Ausbildung findet direkt im Unternehmen statt und wird sehr attraktiv vergütet.

Wie läuft die Ausbildung zum Triebfahrzeugführer ab?

Schiedermeier: Innerhalb von neun Monaten lernen die Azubis alles, was wichtig ist, um den Beruf auszuüben. Neben der Regel- und Signalkunde gehört dazu beispielsweise auch wie man sich in Störungsfällen verhält und wie sie eigentlich funktioniert, die Lok. Die Fahrpraxis eignet man sich in der Ausbildung im Fahrsimulator und auf Exkursionen im Zug an. Nach bestandener Prüfung kann man direkt mit einem tariflich geregelten Entgelt und einem langfristig sicheren Arbeitsplatz in den Job einsteigen.

Tobias Schiedermeier, Leiter Betrieb im Netz Mitte und selbst ursprüng-lich Lokführer, erläutert, warum es sich lohnt, Triebfahrzeugführer zu werden. Er ist einer der Ansprechpartner auf dem agilis-Berufsinformationstag am 6. April. Foto: agilis.

"Herr über mehrere Tausend PS zu sein und die Verantwortung für viele Fahrgäste zu tragen, das ist das Spannendste an dem Beruf."

Tobias Schiedermeier, Leiter Betrieb Netz Mitte

Jetzt bewerben!

Für die nächste Ausbildungsgruppe, die im Februar 2020 in Bayreuth beginnt, werden bereits Bewerbungen entgegengenommen. Die Auswahlverfahren für die angehenden Triebfahrzeugführer finden in diesem Herbst statt. Insbesondere sucht agilis an den Standorten Lichtenfels und Bayreuth neue Quereinsteiger. Informieren kann man sich auf der Homepage: agilis.de/jobs

Vorschau: Im Sommer 2020 findet die nächste Ausbildung in Regensburg statt. Auch hierfür können Sie sich bereits bei uns bewerben.

agilis bietet ein eigenes Qualifizierungsprogramm zum Triebfahrzeug-führer, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Foto: agilis

agilis bietet ein eigenes Qualifizierungsprogramm zum Triebfahrzeugführer, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Foto: agilis