Schienenverkehr in Oberfranken: agilis lud in Bayreuth zur 2. agilis-Mobilitätskonferenz ein

Wie ist es um die Mobilität in Oberfranken bestellt? Welche Möglichkeiten zur Vernetzung von Verkehrsträgern gibt es und wie profitieren die Kommunen und Bürger davon? Um diese Fragen drehte sich in Bayreuth die 2. agilis-Mobilitätskonferenz. Gemeinsam mit Bürgermeistern und vielen Entscheidungsträgern aus dem Bereich Verkehr diskutierte das Eisenbahnunternehmen im Tagungszentrum Bayreuth über die Zukunft des hiesigen ÖPNV und aktuelle Projekte.

Auch Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe waren zu Gast. In ihrem Grußwort betonte Piwernetz, dass Mobilität ein Kernthema für die Zukunftsfähigkeit von ländlich strukturierten Räumen wie Oberfranken ist. „Mobilität ist nicht nur Teil der Infrastruktur, sie ist ein ganz bedeutender Zweig der Wirtschaft selbst”, so die Regierungspräsidentin. Für die Bevölkerung, die Touristen und die heimische Wirtschaft würden zuverlässige, umweltfreundliche und gut ausgebaute Verkehrsangebote und moderne Mobilitätskonzepte gebraucht.

Als Anbieter leiste agilis „einen erheblichen, einen bedeutenden Beitrag in unserer Region für den öffentlichen Nahverkehr”, betonte Brigitte Merk-Erbe. In ihrer Rede griff sie das Thema Digitalisierung auf. Diese werde den Nahverkehr verändern. Sie führe zu mehr Effizienz und könne Fahrgästen manchen Weg ersparen. Aber „Reisende oder Pendler werden ihre Reisezeit nicht nur ständig verkürzen wollen, sondern sie wollen diese auch besser und individueller nutzen”, so Bayreuths Oberbürgermeisterin.  Als „eine der wichtigen Herausforderungen der kommenden Jahre” sehe sie daher „die verbesserte Verknüpfung der öffentlichen und individuellen Verkehrsträger” an. In Bayreuth wird in diesem Sinne noch in diesem Jahr mit dem Ausbau der Fahrradabstellanlagen am Bahnhof begonnen.

Neues Umweltbewusstsein bei Fahrgästen

Wie die Mobilität speziell im ländlichen Raum noch attraktiver gestaltet werden kann, war Thema der anschließenden Podiumsdiskussion. Bestritten wurde sie von Günter Finzel, Stabsstelle Strukturentwicklung bei der Stadt Bayreuth und Geschäftsführer des Forums Verkehr und Planung der Metropolregion Nürnberg, Andreas Mäder, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN), Melanie Schade, die beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zur Mobilität im städtischen und ländlichen Raum forscht, und Dr. Axel Hennighausen, betrieblicher Geschäftsführer von agilis.

Dieser betonte gleich eingangs, dass sich der Zeitgeist in der Bevölkerung gewandelt habe: „Vor dem Hintergrund der akuellen Klimadebatte entdecken immer mehr Menschen die Bahn als umweltschonendes und komfortables Verkehrsmittel für sich.” Doch damit Oberfranken diese positive Entwicklung erhalten bleibe, müsse man im ländlichen Raum noch einige Hürden bewältigen. „Mit einem nahezu durchgängigen Stundentakt im Netz Nord und außerordentlich hohen Pünktlichkeitswerten sind wir in Oberfranken gut aufgestellt”, so Hennighausen. Aber darauf wolle man sich als siebenfacher Sieger des Qualitätsrankings der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und Träger des Bayerischen Eisenbahnpreises nicht ausruhen. Vielmehr will man künftig noch zuverlässigere Reiseketten in Abstimmung mit Landkreisen, Kommunen und anderen Akteuren schaffen.

Bestrebungen für VGN-Beitritt

Als weitere Herausforderung wurde in der Podiumsdiskussion die Abwanderung junger Menschen in städtische Ballungsräume angesprochen. Ein gut vernetzter und günstiger ÖPNV könne dieser Entwicklung entgegenwirken. Um ihn zu ermöglichen, streben derzeit viele oberfränkische Landkreise einen Beitritt in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) an, u.a. Kulmbach, Coburg, Hof, Kronach und Wunsiedel. Zusätzlich dazu sei langfristig ein Ausbau des Schienennetztes nötig, um die Zukunftsfähigkeit Oberfrankens für Bewohner und Wirtschaft zu erhalten.

Den intensiven Austausch mit der Politik will das regionale Eisenbahnunternehmen auch im nächsten Jahr wieder stattfinden lassen. „Hier in der Region haben wir unsere Wurzeln”, so Hennighausen. „Deshalb hören wir ganz genau hin, was uns die Menschen hier in Oberfranken zu sagen haben. Gemeinsam können wir den SPNV in der Region noch besser machen und so auch die Attraktivität des ländlichen Raums weiter steigern.”

Bild 1: Die Podiumsteilnehmer der agilis-Mobilitätskonferenz in Bayreuth von links nach rechts: Monika Pappelau (Moderatorin), Günter Finzel, Melanie Schade, Andreas Mäder, Dr. Axel Hennighausen. (Foto: agilis)

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Suu a Gewaaf: Fränkische Klischees auf dem Prüfstand

Wortkarg, eigenbrödlerisch und nicht sehr gesellig – den Franken wird vieles nachgesagt. Doch stimmen die Vorurteile? Die Events, die im Sommer im Netz Nord von agilis stattfinden, legen das Gegenteil nahe. Zum Tag der Franken (06./07.07.) stellt das Eisenbahnunternehmen die spannendesten vor. 

Daham is am scheensten.

Der Franke bleibt lieber zuhause als unter Leute zu gehen, lautet eines der wohl gängigsten Klischees. Dass dies nicht unbedingt zutrifft, zeigen die unzähligen Veranstaltungen, auf denen sich der Franke überaus gesellig gibt, beispielsweise auf dem Kulmbacher Altstadtfest  (05.07.-07.07.) oder dem Hofer Volksfest (26.07.-04.08.) Hier erlebt man live, wie kommunikativ und kontaktfreudig es in Franken zugeht.

Wer hat Kerwa? Mir ham Kerwa.

Kerwa, Feuerwehrfeste und Faschingsumzüge – für mehr Kultur ist der Franke angeblich nicht zu haben. Tatsächlich schaut man hierzulande kulturell oft über den Tellerrand – sei es beim Fest der Porzelliner in Selb (01.08.-05.08.), beim Flechtkulturfestival in Lichtenfels (13.09.) oder beim Tucher Blues- und Jazzfestival in Bamberg (02.08-11.08). Drei von vielen Gelegenheiten, bei denen man Franken trifft, die offen sind für Neues und sich gerne inspirieren lassen.

Woanders is a nedd anders.

Frei nach diesem Motto soll sich der Franke vor dem Unbekannten eher scheuen und nicht sehr weltoffen sein. Events wie die Bayreuther Festspiele (25.07. – 28.08.), das dortige Afrika-Karibik-Festival (19.07.-21.07.) oder das Sambafestival in Coburg (12.07.-14.07.) hinterlassen einen anderen Eindruck. Besucher erwartet internationales Flair und mondäne, aufgeschlossene Gastgeber.

Brodwerscht, Schäuferla und Bier.

Kulinarisch lässt man sich in Franken nicht beirren? Mitnichten. Im Norden Bayerns ist die kulinarische Vielfalt zu Hause. Wer sie verkosten möchte, sollte dem Foodtruck Festival in Hof (17.08.-18.08.), dem Craft Brauer Festival 2019 in Bayreuth (06.09.-07.09.) oder dem Genussfest in Bad Staffelstein (08.09.) einen Besuch abstatten. Vor Ort gibt es viele originelle Angebote, die zeigen, dass es ein Frankenland jenseits von Küchla und Glöß gibt – und jenseits von den typischen Klischees.

Bild 1: agilis Bahnhof in Rehau (Foto: Jörg Schäfer)

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